Die Eisprinzessin

Die Eisprinzessin Cover

Titel: (Original): Die Eisprinzessin (Ice Princess)
Genre: Comedy-Drama
Produktion: USA / Kanada 2005
Regie: Tim Fywell
Darsteller: Michelle Trachtenberg, Kim Cattrall, Joan Cusack, Hayden Panettiere, …
Musik: Christophe Beck
FSK: ohne Altersbeschränkung
Länge: 98 Min.
Ton: Dolby Digital | DTS | SDDS
Starttermin: 28.07.2005

Inhalt
Casey Carlyle (Michelle Trachtenberg), ein unsicherer Teenager, hat nur einen Traum: Sie will Eistänzerin werden. Doch davon will ihre starrköpfige Mutter (Joan Cusack) nichts wissen, für die es längst beschlossene Sache ist, dass Casey in Harvard studieren und Karriere machen soll.

Insgeheim himmelt das Mädchen jedoch Nikki (Kristen Olson), Tiffany (Jocelyn Lai) und Gen (Hayden Panettiere) an, drei Eislauf-Wunderkinder, die zwar etwas hochnäsig sind, aber bei Nationalen Wettbewerben jedes Mal mit sensationellen Leistungen überzeugen. Als Casey das Angebot erhält, mit Gen und deren Mutter (Kim Cattrall), einer in Ungnade gefallenen Eislaufmeisterin, zu trainieren, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopf.

Auch wenn Streit mit ihrer Mutter vorprogrammiert ist, will Casey die Chance nicht verstreichen lassen, sich mit den Besten zu messen und eine Eisprinzessin zu werden!

Review
Über die Veröffentlichungspolitik mancher Filmverleiher lässt sich sicherlich stundenlange Diskussionen führen. Doch Buena Vista (internationaler Verleiher für Walt Disney Filme und Produktionen) überrascht mich bereits das zweite Mal. Bereits letztes Jahr brachte Buena Vista das Walt Disney Wintersportdrama “Miracle” (2004) mit Kurt Russell mitten im Sommer in die Kinos. Auch dieses Jahr “überrascht” Buena Vista mit dem Eiskunstlauf-Drama “Die Eisprinzessin” (2005) - der zweite Film in Folge, der im Sommer eine Wintersport-Thematik behandelt. Auch wenn der Sommer in Deutschland mehr oder weniger bescheiden ist, hätte der Film sicherlich ein größeres Zielpublikum wenn er in den Wintermonaten laufen würde.

Aber nicht nur der Startzeitpunkt ist für den Erfolg eines Films ausschlaggebend, sondern auch dessen Umsetzung, Handlung und die Besetzung. Wie bei Walt Disney üblich wurde beim Drehbuch von Hadley Davis und Meg Cabot (Plötzlich Prinzessin 1+2) sehr viel Wert auf “Familientauglichkeit” gelegt und somit ist auch nicht verwunderlich, das die zuckersüße Komödie ohne Altersfreigabe von der FSK freigegeben wurde. Der Film erzählt die Geschichte einer Außenseiterin - gespielt von der mittlerweile schon 20-jährigen Schauspielerin Michelle Trachtenberg -, die im Laufe des Films immer beliebter wird und plötzlich im Rampenlicht steht. Die Handlung hat man schon in etlichen Filmen - wie zum Beispiel “Plötzlich Prinzessin” (2002) - im Kino oder auf DVD gesehen.

Der TV-Erprobte Regisseur Tim Fywell machte sein Debüt Anfang der 90er Jahre mit der Fernsehserie “Brookside”. Seit seinem Debüt war Fywell als Regisseur für über 16 Fernsehserien und Fernsehfilme verantwortlich. Sein Kinodebüt machte er vor rund zwei Jahren mit dem Drama “I Capture The Castle” (2003). Mit “Die Eisprinzessin” präsentiert er jetzt seinen zweiten Kinofilm und setzt dabei auf niedliche und beinahe schon zuckersüße Umsetzung, die vor allem auf Mädchen als Zielpublikum ausgerichtet ist. Doch die beinahe nichts sagende Handlung wird selbst das Zielpublikum nur wenig faszinieren können. Für Erwachsene, die ihre Kinder ins Kino begleiten, bietet der Film nur wenige Höhepunkte.

Interessant hingegen ist die Besetzung des Films. Mit Kim Cattrall und Michelle Trachtenberg spielen zwei Schauspielerinnen in “Die Eisprinzessin” mit, die vorher in sehr freizügigen Rollen bzw. Filmen mitgewirkt haben. Kim Cattrall war über fünf Jahre als freizügige Samantha Jones in der Kultserie “Sex And The City” (1998-2004) im Fernsehen zu sehen. Auch Michelle Trachtenbergs letzter Film, die Samenstau-Komödie “EuroTrip” war dank “American Pie”-Klamauk sehr freizügig. Beide Schauspielerinnen lassen natürlich nicht ihre Hüllen in “Die Eisprinzessin” fallen, aber dennoch eine “mutige” Entscheidung von Walt Disney - die nach außen immer so sittlich und rein tun.

Michelle Trachtenberg kennt man in Deutschland aber nicht nur aus dem Film “EuroTrip”, sondern vielmehr durch ihre Rolle in der Fernsehserie “Buffy - Im Bann der Dämonen”. Die 20-jährige Schauspielerin machte ihr Debüt in der Fernsehserie “All My Children” im Jahre 1993 (in der Serie war sie bis 1996) zu sehen. Ihre erste Kinorolle hatte sie im Film “Harriet, die kleine Detektivin” (1996) und in den nachfolgenden Jahren spielte sie immer wieder kleinere und größere Nebenrollen in verschiedenen Fernseh- und Kinoproduktionen. Mit “Die Eisprinzessin” kann man sie seit längerer Zeit wieder einmal in einer Hauptrolle im Kino sehen.

In der Rolle der bösen und hochnäsigen Widersacherin kann man die 16-jährige Schauspielerin Hayden Panettiere sehen, die man zuletzt in der Komödie “Im Rennstall ist das Zebra los” (2005) im Kino sehen konnte. In meinen Augen ist Panettiere eine viel zu sympathische Schauspielerin um in der Rolle der hochnäsigen Widersacherin zu überzeugen. Alles in allem ist “Die Eisprinzessin” für die Zielgruppe (Mädchen im Alter von 6-12 Jahren) sicherlich ein ganz unterhaltsamer Kinonachmittag, alle anderen sollten lieber einen anderen Film besuchen.

Fazit
Niedliche und nichts sagende Komödie, die selbst Mädchen auf Dauer langweilt.

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